{"id":861,"date":"2019-01-01T18:03:25","date_gmt":"2019-01-01T17:03:25","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.db-brandenburg.de\/?p=861"},"modified":"2019-01-01T18:07:52","modified_gmt":"2019-01-01T17:07:52","slug":"die-friderizianische-kolonisation-in-groeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/db-brandenburg.de\/?p=861","title":{"rendered":"Die friderizianische Kolonisation in Gr\u00f6ben"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align:justify;\">\n<p>Das von Friedrich dem Gro\u00dfen mit Leidenschaft und mit Aufwendungen betriebene Kolonisationswerk, die f\u00fcr das nicht gerade wohlhabende Preu\u00dfen erstaunlich waren, erfasste Gr\u00f6ben erst 1774 in dem gro\u00dfen Meliorationsplan des Ministers von Derschau. Auch der adelige Besitz im Kreise Teltow, ja sogar die prinzliche Kammer mit der gro\u00dfen Herrschaft Wusterhausen, schlie\u00dfen sich erst in diesem Jahre dem Kolonisationswerk an.<\/p>\n<p>Denn die wenigen Kolonisten, die der Kriegs- und Dom\u00e4nenrat Pfeiffer in den Jahren 1745 bis 1756 auf den w\u00fcsten Dorfst\u00e4tten Neubeeren, Ludwigsfelde, Diepensee und Birkholz ansetzte, stehen in keinem Verh\u00e4ltnis zu dem ausgedehnten Besitz des Adels und \u2013 zu den kolonisatorischen Leistungen, zu denen sich die \u00c4mter Zossen usw. mit ihren D\u00f6rfern und Vorwerken ununterbrochen seit 1740 hergaben. In einem Umfang, der die Dorfschaften des Amtes Zossen nach der Ansetzung der 76 Familien im Jahre 1769zwingt, zu betonen, das daneben noch so viele andere Familien in den letzten Jahren angesetzt seien, das \u201es\u00e4mtliche D\u00f6rfer derma\u00dfen strak bewohnt, das nicht nur der Raum zu neuen Wohnh\u00e4usern, sondern auch das Gartenland mangelt, das ihnen beigegeben werden soll\u201c. Wie andererseits Weide und H\u00fctung mehr und mehr eingeengt wurden durch die in diesem sandigen Teil des Teltow notwendigen neuen Kiefernschonungen. Alle bisherigen Kolonisationsvorhaben im Teltow, ob es sich um Ansetzung von Bauern, Koss\u00e4ten, B\u00fcdnern, von Spinnern Handwerkern handelte, wurden durchweg auf dem staatlichen Besitz, in Amtsd\u00f6rfern und Amtsvorwerken durchgef\u00fchrt, zum kleinen Teil auf st\u00e4dtischem Gebiet. Es war aber auch kein Vorhaben so gro\u00df wie das in dem Meliorationsplan von Derschau vorgelegte.<br \/>\nDenn Friedrich II. verband in seiner Instruktion an diesen Fachmann vom 02. Oktober 1774 die Forderung nach Ansetzung von Kolonisten im ganzen Brandenburg zugleich mit der Forderung, nun restlos alle noch n\u00f6tigen Meliorationsaktionen damit zusammen in einen gro\u00dfen Plan zu bringen. Die Gewinnung von Neuland bedeutete Grundlegung f\u00fcr neue Kolonistenstellen, zum mindesten Sicherung der bestehenden usw. Das noch w\u00fcste liegende Land, D\u00f6rfer, die zu viel Land h\u00e4tten und es als sechs- und neunj\u00e4hriges Roggenland liegen lie\u00dfen, Bedarf an staatlichen Viehlieferungen, alles sollte erfasst werden. Die Planwirtschaft ist aber besonders sichtbar in dem Befehl, alle die Knechte im Lande listenm\u00e4\u00dfig zu f\u00fchren, die bei Kriegsausbruch zur Artillerie usw. eingezogen w\u00fcrden, also der Landwirtschaft dann fehlten. Alle Meliorationen aber usw. sollten auf k\u00f6nigliche Kosten geschehen.<br \/>\nEs muss einer besonderen Studie vorbehalten bleiben, die Auswirkung dieses gro\u00dfen Planes auf unsere Gegen allein nach der kulturbautechnischen Seite darzustellen. Denn unmittelbar darauf begannen die Grabenregulierungen an Nuthe und Notte, wurde die neue Nuthe gegraben, wurden bis Sommer 1778 65629 Morgen Br\u00fcche und L\u00fcche trockengelegt usw. Hier soll am Beispiel Gr\u00f6ben die andere Seite des Planes, die Ansetzung der Kolonisten auf Ausf\u00fchrung und Erfolg betrachtet werden.<br \/>\nDie Kurm\u00e4rkische und die Kammer der Neumark arbeiteten schnell und brachten Derschau die n\u00f6tigen Unterlagen. Der Landrat des Kreises Teltow, von den Liepen, schickte am 12. Oktober schon das Rundschreiben der Kammer durch den Kreis. Adel, prinzliche Kammer, aller nichtstaatliche Grundbesitz erboten sich 193 Familien anzusetzen, jedoch keine Ausl\u00e4nder (worunter damals Sachsen, Th\u00fcringer, Mecklenburger usw. verstanden wurden). In der Versammlung aller dieser Grundbesitzer am 24. November 1774 fertigte er seinen 240 Familien Plan aus. Die Unterlagen aus allen Kreisen setzen Derschau instand, seinen Plan bald dem K\u00f6nig zu unterbreiten. Ausgangspunkt war die Feststellung, da\u00df bei Kriegsausbruch aus der Kurmark 3.088 Knechte aus St\u00e4dten und D\u00f6rfern eingezogen w\u00fcrden, im Teltow 84 Mann. Derschau wollte nun in einem Vierjahresplan 1.600 Familien unterbringen, davon im Jahre 1775 allein 274, wollte aber im Zusammenhang noch 3000 weitere Stellen schaffen. Von den 1.600 sollten die meisten in Altmark, Prignitz und Uckermark angesetzt werden, sollte der Teltow nur 1.000 Familien bekommen, davon 20 f\u00fcr 1775. In den Aemtern sollte eine Familie (da freies Bauholz zur Verf\u00fcgung stand) 242 Taler kosten, im Hauptkreis 300 Taler (in der holzarmen Altmark kostete sie 410 Taler, im waldreichen Ruppin nur 228 Taler). Im ganzen wollte im Jahr 1775 Derschau f\u00fcr 80.000 Taler 274 Familien ansetzen, sollten die Bauten f\u00fcr die ersten 100 Familien 27.712 Taler kosten. Friedrich der Gro\u00dfe fand diese Summe zu hoch, forderte vom Adel entgegenkommen in freier Holzlieferung, verwies auf Schlesien, wo er 30 D\u00f6rfer f\u00fcr je 20 Familien schon f\u00fcr 70.000 Taler bauen lie\u00dfe. Diese Antwort des K\u00f6nigs vom 19. Januar 1775 veranlasste den sorgf\u00e4ltigen Rechner Derschau zu R\u00fcckfragen in Breslau, aus denen sich ergab, da\u00df im ganzen nur 466 Familien f\u00fcr 70.000 Taler etabliert werden sollten, da\u00df die geringeren Kosten eben nur m\u00f6glich waren in einer Provinz mit besonderem Waldreichtum gerade auf adligem Besitz. Darauf sicherte der K\u00f6nig die 80.000 Taler f\u00fcr Trinitatis 1775 zu, die Vorbereitungen begannen, der gro\u00dfe Vierjahresplan wurde Wirklichkeit!<br \/>\nGr\u00f6ben geh\u00f6rte damals den S\u00f6hnen des 1765 in Breslau verstorbenen Generalmajors Gustav Albrecht von Schlabrendorf, die in schlesischen Garnisonen dienten, und wurde ihrer Mutter verwaltet, einer klugen und nicht nur nach der wirtschaftlichen Seite hin ungew\u00f6hnlichen Frau. Sie erkl\u00e4rte sich dem Landrat gegen\u00fcber sofort f\u00fcr 2 Familien pro 1775, dem Kriegsrat Grothe von der kurm\u00e4rkischen Kammer gegen\u00fcber f\u00fcr 6 Familien pro 1776 bereit. F\u00fcr jede Familie bek\u00e4me sie 190 Taler Bauzuschu\u00df. Das bedeutete in der Praxis nur Hergabe der Baustelle und des Gartenlandes als eigene Unkosten. F\u00fcr diese 190 Taler bzw. 380 Taler musste ein Zweifamilienhaus entstehen, 11 Gebind, d. h. 11 F\u00e4cher lang, also 43 x 24 Fu\u00df gro\u00df und 8 Fu\u00df hoch (\u201eim Stiel\u201c, d. h. in den Eckpfosten), Lehmfachwerk. Jedes Fach musste einen Querriegel haben, der Giebel mit Balken ganz durchgebunden, der Schornstein massiv sein, die W\u00e4nde innen wei\u00df geschl\u00e4mmt. Jedes Haus enthielt die \u201eger\u00e4umige\u201c Vorderstube, die K\u00fcche, die Kammer und den Stall f\u00fcr eine Kuh, zwei Schweine und eine Gans (die f\u00fcr die gemeinschaftliche Dorfh\u00fctung gestattet waren). Der Garten sollte etwa 1\/2 bis 1 Morgen gro\u00dfe sein.<br \/>\nDie Generalin lie\u00df die Kolonistenstellen \u201eam Ende\u201c des Dorfes errichten. Das erste Haus war noch 1775 fertig. Es ist das heute Henickesche Haus am Ausgang nach Siethen. Der Bauinspektor Valleri fand es bei seiner Inspektionsreise am 28. Mai 1776 mit Familien besetzt. Zwei weitere H\u00e4user waren schon wieder fertig zur Bauabnahme, das dritte f\u00fcr 1776 vorgesehene war schon gerichtet. Die Familien hatte sie alle schon engagiert und stellte sie dem Beamten vor. Denn dieser musste darauf sehen, da\u00df ausrangierte Soldaten oder \u201eAusl\u00e4nder\u201c die B\u00fcdnerstellen aus staatlichen Fonds bezogen. Die Generalin hatte 4 Ausl\u00e4nder und 4 Invaliden als B\u00fcdner angenommen. Die ersten Kolonisten Zorn und Hager hatten am 29. November 1775 ihren Untertaneneid geschworen, die anderen bezogen ihre H\u00e4user im Jahre 1776. Die \u00fcbernahmen Haus, Hof und Garten als volles Geschenk, als eine Erbzinsstelle, \u00fcbernahmen neben den Rechten (ein Jahr v\u00f6lliger Freiheit von Diensten und Abgaben, Weidefreiheit f\u00fcr Kuh, zwei Schweine, eine Gans, die Freiheit der Ver\u00e4u\u00dferung, jedoch nur an einen Ausl\u00e4nder, die Bauholzfreiheit bei gro\u00dfen Reparaturen) auch einige Pflichten. Die bauliche Erhaltung des Geh\u00f6ftes lag im eigenen Interesse, die des Geheges herum auch in dem des Dorfes. Die Herrschaft aber bedank sich aus: j\u00e4hrlich 45 Tage Arbeitsleistung der Frau, 7 Mannstage, also jede Woche einen Arbeitstag auf dem Gut, dazu das Spinnen von vier Str\u00e4hnen Hede, zu zehn Fitzen gerechnet, so wie es die Tagel\u00f6hner im Dorf zu tun hatten. Und im Eid versprach jeder Gehorsam, Treue und \u201eordentliche\u201c Nachbarschaft, d. h. \u00dcbernahme aller Pflichten gegen die Dorfgemeinschaft. Die Generalin aber erhielt laufend ihre Staatszusch\u00fcsse, das letzte Drittel jeweils nach Fertigstellung der H\u00e4user.<br \/>\nSo hatte sich die Dorflage innerhalb zweier Jahre um f\u00fcnf Doppelh\u00e4user vermehrt, von denen eins in der Gasse stand. Dieses beherbergte die Kolonistenfamilien Andreas Schulze und Franke. Sie hatten beide die gr\u00f6\u00dften Kolonisteng\u00e4rten, jeder 70 Quadratruten. In der Haush\u00e4lfte nach dem Upstall zu wohnte Andreas Schulze. Er war Schneidermeister, 1752 in Br\u00fcck bei Belzig, in Sachsen, damals also Ausland, geboren, war zugewandert, heiratete 1776 die Tochter des Hirten Busack aus Siethen und nahm diese Kolonistenstelle Nr.1 im gleichen Jahre an. Doch blieb er nicht lange hier, zog etwa 1778 weg, und nun nahm die Herrschaft das Haus an sich, besetztes es mit den F\u00f6rstern. Der erste war der J\u00e4ger Wulff, nach dessen Tode 1786 dann Baumann.<br \/>\nDie andere H\u00e4lfte des Hauses, Stelle 2, bewohnte der G\u00e4rtner Johann Gottfried Franke. Er war 1741 in Naumburg a. S. als Sohn eines G\u00e4rtners geboren, um 1768 als G\u00e4rtner auf dem Gut Gr\u00f6ben angetreten, heiratete 1774 hier eine Wolter, war scheinbar bei der Herrschaft angesehen, denn bei seinem Sohn ist 1784 Quintus Julius, Freund Friedrichs des Gro\u00dfen und Schwiegersohn der Gutsherrin, Pate. Er blieb bis 1796 auf der Stelle, ging nach Zossen, war 1801 G\u00e4rtner bei dem Amtsrat Hubert in Reibnitz, Amt Friedland, hatte die Stelle dem alten Revierj\u00e4ger Baumann, seinem Hausnachbarn, f\u00fcr 30 Taler verkauft. Dadurch wurde Baumann Kolonist. Er war schon einmal Willens, eines der Kolonistenh\u00e4uschen am Dorfende zu \u00fcbernehmen. Dort war eine weniger gute Stelle (s. u.), zu der sich im Mai 1776 der Gottlieb Herzlieb erkl\u00e4rt hatte, Hausmann in Gr\u00f6ben, schon 1760 als Invalide verabschiedet. Aber der trat von seinem Angebot zur\u00fcck und hatte im Juli dann Baumann als Nachfolger. Der war im Jahr 1765 bei dem R\u00f6derschen K\u00fcrassierregiment nach 16 Jahren Dienstzeit entlassen worden, da er Gelegenheit h\u00e4tte, sich \u201eim Lande\u201c niederzulassen. Doch auch Baumann verzichtete auf seinen Erbzinskontrakt, blieb lieber Hausmann, bis er die J\u00e4gerstelle erhielt. Nun war er also Kolonist, aber ein Jahr sp\u00e4ter versuchte er schon die Stelle f\u00fcr 60 Taler an den Tagel\u00f6hner Ernst Schulze zu verkaufen, einen geborenen Gr\u00f6bener. Das gelang nicht, wohl aber der Verkauf an den Tagel\u00f6hner Joh. Friedr. Melzer. Der war 1781 in Potsdam geboren, wo sein Vater noch wohnte (in dem Hause des Viehm\u00e4sters Melzer vor der langen Br\u00fccke), hatte die Bauerntochter Anna Sophia Erdmann geheiratet und erstand nun f\u00fcr 55 Taler die Kolonistenstelle.<br \/>\nDie anderen sieben Kolonistenstellen befanden sich am Dorfende in den dort errichteten vier Doppelh\u00e4usern. Am Dorfausgang nach Siethen wohnten zun\u00e4chst die Kolonisten Hager und Zorn. Das Haus steht heute noch und geh\u00f6rt dem Zimmermann Henicke. Johann Heinrich Zorn hatte die Haush\u00e4lfte nach Siethen zu, Stelle 3, mit anschlie\u00dfend 60 Quadratruten Garten. Er war Zeug- und Leineweber, stammte aus Greiz im Vogtland, war aber schon l\u00e4nger im Land, hatte seine Frau Anna Dorothea Leicht aus Glienicke. Er trat 28 j\u00e4hrig, mit drei Kindern die Stelle an. Nach seinem Tode 1781 wurde der Schwiegersohn Andreas K\u00f6hler, herrschaftlicher Brauer, Besitzer. Er stammt aus dem Magdeburgischen, starb 1806, 71 Jahre alt. Die um 28 Jahre j\u00fcngere Frau, Christiane, heiratete dann den Arbeitsmann Joh. Gottfr. Palm. Doch ging die Kolonistenstelle im richtigen Erbgang an die Tochter erster Ehe, Charlotte, die 1818 dann den Garnwebermeister Friedrich August K\u00f6hler in Gr\u00f6ben, Sohn eines Garnwebermeisters aus Ahrensdorf, als Ehemann auf den v\u00e4terlichen Hof holte. Das Haus war eins von den guten, bei dem wie in der Gasse die St\u00e4lle nicht in Haus, sondern drau\u00dfen waren, f\u00fcr sich. F\u00fcr einen Weber war, da der Webstuhl viel Platz brauchte, mehr Raum n\u00f6tig.<br \/>\nDie andere H\u00e4lfte, Stelle 4, \u00fcbernahm 1775 der Arbeitsmann Andreas Hager. Er kam jungverheiratet von Blankensee nach Gr\u00f6ben, war also als geb\u00fcrtiger Sachse auch Ausl\u00e4nder. Diese Stelle hatte nur einen kleinen Hof, der Garten lag drau\u00dfen neben des Schmied Vogel Garten, am Schweinedamm, 45 Quadratruten gro\u00df. Hager blieb bis ungef\u00e4hr 1791 hier, ging dann aber zur\u00fcck nach Blankensee, weil er da \u201eals Kuhhirte mehr verdiente\u201c. Die Wohnung brauchten dann die abgebrannten aus J\u00fctchendorf, bis Joh. Christian Fuchs sie als Mieter bezog. Er zahlte aber keine Miete an Hager, sondern diente daf\u00fcr mit seiner Frau Regina Schulze dessen Hofetage ab.<br \/>\nDas n\u00e4chste Doppelhaus lag daneben. Hier hatte die H\u00e4lfte nach dem Dorf zu, Stelle Nr. 6, einen Stall, denn auch hier brauchte ein Garnwebermeister, Christian Friedrich Lehmann, f\u00fcr deinen Webstuhl Platz. Sein Vater Hans Michael Lehmann, ehemals Kanonier, aus Trebbin geb\u00fcrtig, hatte diese Stelle 1776 angenommen, die erst Herzlieb, dann Baumann (s. o.) haben sollten. Er \u00fcbernahm auch nur einen kleinen Garten. Sein Sohn hatte 1827 noch die Kolonistenstelle in Besitz. In diesem Jahr starb er, heiratet seine Tochter nach dem Kietz. Der alte Michael L. war 1811 gestorben.<br \/>\nDie nachbarliche H\u00e4lfte, Stelle Nr. 5, hatte 1776 der Invalide Christian Andreas Schulze vom Koschenbarschen Infanterie Regiment erhalten. Er stammte aus Rudow, war Meier auf dem Gut, starb 1801, seine Frau, eine Unger folgte 1805. Ihn beerbte sein Sohn Joh. Christian Schulze, starb 1828,, zeitlebens Arbeitsmann.<br \/>\nEin weiteres Doppelhaus stand am heutigen Zimmerhof, da wo heute das Arbeiterwohnhaus anf\u00e4ngt. Hier hatte die Stelle Nr. 8, die nach dem Dorf gewandte, zun\u00e4chst sich das Gut behalten, hielt darauf Hofpersonal. Um 1780 erstand der Weinmeister Joh. Friedrich Kr\u00fcger sie. Er hatte 1778 die Tochter des herrschaftlichen Kutschers Kleinen geheiratet. Am 13. Februar ertrank der 40 j\u00e4hrige r\u00fcstige Mann mit seinem Knecht im Gr\u00f6bener See, als sie ihn auf dem Eis \u00fcberqueren wollten. Die Witwe starb 1798, f\u00fcr die zwei minderj\u00e4hrige S\u00f6hne war der J\u00e4ger Baumann Vormund. Der eine, Carl Friedrich geboren 1782, war sp\u00e4ter Meier auf dem Gut, heiratet 1808 eine Kirstein vom Kietz. Das Haus diente um 1800 dem Tagel\u00f6hner Vogel zur Wohnung, einem Sohn des Schmiedes. Er und seine Frau tun aber nicht die aus der Stelle pflichtigen Hofdienste und es gibt R\u00e4umungsbefehle, Exekutionsdrohungen, doch bleibt er schlie\u00dflich wohnen. Um diese Zeit scheint die Herrschaft die Stelle wieder zur\u00fcckgekauft zu haben.<br \/>\nDie Stelle daneben, Nr. 7, die andere Haush\u00e4lfte \u00fcbernahm 1776 Andreas Flach. Er stammte aus \u201ePaulitchen, Amt Derskehm, ohnweit Gumbinnen\u201c, war 1778 aus dem Dragoner-Regiment von Platen entlassen worden. Er war einige Jahre schon Kutscher auf dem Hof. Er starb 1802, 82 Jahre alt, seine Frau, geb. Husche, starb 1800. Im Besitz folgte sein Schwiegersohn Ernst D\u00f6rre. Auch hier war der Garten klein, nur 36 Quadratruten.<br \/>\nDas letzte der f\u00fcnf Doppelh\u00e4user lag auch am Dorfausgang, dem \u00e4ltesten Haus von 1775 gegen\u00fcber. Von ihm steht heute nur noch eine H\u00e4lfte, das \u201eGemeindehaus\u201c. Das innere zeigt die Raumverteilung in Stubem Kammer, Flur, K\u00fcche und Stall, alles unter einem Dach. Das Haus bewohnten zun\u00e4chst Gutsarbeiter. In den 90er Jahren gab die Herrschaft die Stelle als Erbzinsgut an den Soldaten Burdach, aus Schalkowitz bei Olm\u00fctz geb\u00fcrtig. Nach seinem Tode 1799 folgte ihm sein Sohn, der als Tagel\u00f6hner sein Brot hatte. Joh. Friedr. Burdach (Burda), geb. 1770. Doch hatte er nie eine Erbverschreibung in der Hand, und die Herrschaft betrachtete in der Folge diese B\u00fcdnerstelle Nr. 9 nicht mehr als Kolonistenstelle. Eine Erscheinung, der auch noch andere B\u00fcdnerstellen, ursp\u00fcnglich als Kolonistenstellen gedacht, unterworfen wurden.<br \/>\nDas Haus daneben aber, wo heute die Witwe L\u00f6wendorf wohnt, steht auf einer \u201eechten\u201c Kolonistenstelle von 1776. Die Stelle Nr. 10 bekam der Invalide Friedrich G\u00e4rtner vom Koschenbarschen Infanterie-Regiment, geb\u00fcrtig aus Glienicke, geboren 1736. Seine erste Frau starb 1787, er selbst 1808, seine andere Frau 1810. Er war zuletzt Nachtw\u00e4chter in Gr\u00f6ben. Im Besitzer folgte ihm sein Sohn Joh. Gottfr. G\u00e4rtner, geboren 1789. Er heiratet 1820 eine Meisner aus L\u00fcdersdorf.<br \/>\nSo bedeutete das gro\u00dfe Meliorationswerk nach dem Vierjahresplan des unerm\u00fcdlichen Derschau f\u00fcr Gr\u00f6ben eine bauliche Ausstattung um f\u00fcnf Doppelwohnh\u00e4user, eine Vermehrung der Bev\u00f6lkerung um zehn Familien. Und daran lag dem K\u00f6nig, der in der Geschichte des Siebenj\u00e4hrigen Krieges sagt, das die \u201eZahl der Untertanen der Reichtum der Staaten\u201c ist, der von seinem Vater den gleichen Grundsatz schon \u00fcbernommen hatte: \u201eMenschen achte vor den gr\u00f6\u00dften Reichtum\u201c. Gewi\u00df war auch Gr\u00f6ben nicht erreicht, da\u00df die Schaffung von zehn neuen Stellen, d. h. Existenzgrundlagen, nun den Zustrom von zehn Familien \u00fcber die Grenzen herein ausl\u00f6ste. Rein zahlenm\u00e4\u00dfig war solcher Zuwachs vom Ausland her gering. Denn von den acht Kolonisten die dem Vallerie im Mai 1776 vorgestellt wurden, war nur ein einziger eben \u00fcber die Grenze gekommen, also \u201eAusl\u00e4nder\u201c, der Hager aus dem 8 Kilometer entfernten Blankensee. G\u00e4rtner und Zorn waren schon l\u00e4nger im Lande als Mieter irgendwo ( = Einlieger), G\u00e4rtner vielleicht von den Schlabrendorffs auf ihrem Besitz Glienicke als Arbeiter schon l\u00e4nger bekannt, beide vielleicht schon einige Zeit in Gr\u00f6ben wohnhaft. Die f\u00fcnf anderen jedoch, Ausl\u00e4nder oder Soldaten, wohnten schon l\u00e4nger in Gr\u00f6ben, waren auf dem Gut Kutscher, Meier, G\u00e4rtner, Arbeiter, in den beiden Nachz\u00fcglern Baumann und Kr\u00fcger auch F\u00f6rster und Weinmeister, oder Schneider. Wenn solchergestalt die Herrschaft Gelegenheit nahm, treue Dienste ihres Personals zu belohnen mit der Schenkung der Erbzinsstellen, so bedeutet das zahlenm\u00e4\u00dfig einen Zuwachs der Bev\u00f6lkerung dennoch, weil in die von ihnen ger\u00e4umten Gutsarbeiterh\u00e4user nun neue Familien nachr\u00fcckten. Weiter erreichte man, da\u00df die betreffenden Familien se\u00dfhaft wurden, damit ein Reservoir von Arbeitskr\u00e4ften f\u00fcr das Land. Die Probe darauf war der Bayerische Erbfolgekrieg 1778\/79, zu dem Tausende von Knechten als Soldaten ausr\u00fcckten. Am 11. November 1778 konnte Derschau dem K\u00f6nig schreiben, das er bei seiner Bereisung der Provinzen die Ernte mittelm\u00e4\u00dfig bis gut fand, \u201eauch gut eingebracht, obgleich viele Knechte mit den Regimentern marschieren mu\u00dften. Hierbei zeit sich nun der gro\u00dfe Nutzen offenbar, den das Land von den vielen neuen Familien hat, die Ew. K\u00f6nigl. Majest\u00e4t seit 1763, besonders aber in den drei letzen Jahren hat ansetzen lassen\u201c. Derschau starb leider schon 1779. Welche Anerkennung seines Werkes liegt in dem Brief des hinsichtlich Anerkennungen so herben K\u00f6nigs vom 1. April 1776, \u201eich habe das Vertrauen zu Euch, Ihr habt Euch das Etablissementswesen in der Provinz mit allem Flei\u00df angelegen sein lassen\u201c. Nach seinem Tode wurde das gro\u00dfe Werk fortgesetzt jedoch in so gewaltigem Ausma\u00df nur noch bis zu Friedrichs II. Tod. Damit h\u00f6rte das Kolonisationswerk auf.<br \/>\nAber das mangelnde staatliche Interesse daran \u00e4u\u00dferte sich auch in dem Geschick einiger Kolonistenstellen. Denn das Fehlen staatlicher Aufsicht bei den Kolonistenetablissements auf adligem Grund (bei den Dom\u00e4nenkolonien hielten die Siedler es durch ihre Bauforderungen wach) erkl\u00e4rt das Verschwinden zweier Kolonistenstellen bis 1820. Die Grundherrschaft hatte f\u00fcnf Doppelh\u00e4user gebaut, hatte f\u00fcr acht Erbzinsstellen dann Kosten und Familien nachgewiesen, f\u00fcr acht Stellen je 190 Taler erhalten. Im Jahre 1807 aber hatte sie jene Kolonistenstelle 1 in der Gasse (1776 Andreas Schulze) an sich gezogen, lie\u00df dort ihre F\u00f6rster wohnen, hatte sie auch die Kolonistenstelle 7, die dem Weinmeister Kr\u00fcger verschriebene, als Ersatz f\u00fcr Nr. 1 gedachte, eingezogen. Und die Hofstelle 9, das heutige Gemeindehaus, war von vornherein trotz Zusicherung an Burdach Gutsarbeiterwohnung. In diesem Verschwinden der ersten Kolonistenstelle \u00e4u\u00dferte sich die Tendenz des Gro\u00dfgrundbesitzers, das Bauernlegen, das Einziehen nichtspannf\u00e4higer Hofstellen sehr fr\u00fch, erfuhr das Kolonisationswerk des gro\u00dfen K\u00f6nigs in Gr\u00f6ben die erste Einschr\u00e4nkung. Als n\u00e4chste Stelle folgte in dieser Entwicklung die Kolonistenstelle Nr. 4, die hatte Andreas Hager seinerzeit verlassen und dem Arbeitsmann Joh. Friedr. Fuchs zur Miete \u00fcbergeben. Um 1802 war Fuchs dann ganz Besitzer der Stelle geworden. Sie war schlecht, und er hielt Umschau nach einer besseren. Da starb gegen\u00fcber auf Stelle 10 (neben dem Gemeindehaus, heute Witwe L\u00f6wendorf) der alte Kolonist G\u00e4rtner 1808, seine Frau 1810. Die drei Jungen waren noch nicht m\u00fcndig, der \u00e4lteste wurde es aber eine Zeitlang und verkauften um 1820 die Stelle an Joh. Friedr. Fuchs. Er verkaufte daf\u00fcr seine Kolonistenstelle an die Herrschaft, und so schmolz damit die Zahl der Kolonistenstellen auf sechs.<br \/>\nIn diese Zeit fallen die Bem\u00fchungen der Kolonisten um Verbesserung ihrer Viehhaltung und ihrer Dienstverpflichtungen. Sie hatten in den letzten Jahren nicht nur jeder eine, sondern mehrere G\u00e4nse in die Gemeindehude gegeben, und der G\u00e4nsehirte hatte nichts dagegen. Der neue Besitzer des Gutes jedoch, Rechnungsrat Schmidt, war dagegen und befahl am 9. August 1802 dem Schulzen Heinicke, den Kolonisten nur eine Gans zu gestatten. Sollten sie binnen acht Tagen dem nicht folgen, so w\u00fcrden die \u00fcberz\u00e4hligen G\u00e4nse zum Wohl der Schulkasse verkauft. Doch Heinicke redet umsonst, die Kolonisten dachten gar nicht an Abschaffung. Erst dem Ordre vom 4. September 1802 an Heinicke stellte den \u201erechtm\u00e4\u00dfigen\u201c Stand her. Denn nach dem 20. September mu\u00dfte der Schulze die St\u00e4lle revidieren, die \u00fcberz\u00e4hligen zum Gutshof bringen, dort versteigern, und den G\u00e4nsehirten kostete jede widerrechtlich mitgenommen Gans 1 Groschen Strafe.<br \/>\nDie Arbeitsverpflichtungen scheint der neue Gutsherr versch\u00e4rft zu haben. Der Kolonist Weber \u00fcbernahm in dem Kaufkontrakt 1803 auch die Dienste seiner Frau, einer Bauerntochter vom benachbarten Erdmannschen Bauerngut. Denn sie war an einem Fu\u00df lahm. Dar\u00fcber hinaus mu\u00dfte er sich verpflichten, die Hofetage auf Wunsch so abzudienen, da\u00df sich mehrere in einer Woche zusammendr\u00e4ngten. Melzer hatte daran keine Freude, und als er zehn Tage vor dem gro\u00dfen Brand Gr\u00f6bens (in der Nacht vom 3. zum 4. Mai 1812) zur Fortsetzung einer mit dem Zimmermann Burda begonnenen Arbeit f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag bestellt wurde, blieb er weg, lie\u00df sich auch drei Tage nicht sehen. Alles ohne Entschuldigung. Als die \u201eDorfgerichte\u201c, Schulze und Sch\u00f6ffen, ihn abends festnehmen wollten, wehrte er sich, r\u00fcckte aus. Zwei Tage sp\u00e4ter nahm man ihn in einer Bauernscheune fest, brachte ihn ins Dorfgef\u00e4ngnis und sperrte ihn acht Stunden ein, gab ihm aber die gepf\u00e4ndete Axt und den Spaten zur\u00fcck- Den Brand, angeblich Brandstiftung durch den \u201eboshaften, widerspenstigen Untertanen\u201c, brachte Schmidt mit der Verurteilung in Verbindung. Melzer beschwerte sich beim Kammergericht, das dem Gutsherrn sein Verhalten verwies. Das Ende des Streites ist nicht ersichtlich, wohl aber, da\u00df Schmidt zuviel Dienst gefordert hatte. Mit dem Hausmann D\u00f6rre hatte er die gleichen Schwierigkeiten. Denn die Miete der Hausleute war nicht Geld, sondern 52 Tage j\u00e4hrlich Hofedienst.<br \/>\nDie erste Generation der Gr\u00f6bener Kolonisten hatte treulich ausgehalten, abgesehen von dem ausgekauften Andreas Schulze (stelle 1), von Hager und Franke (Stelle 2). Bei allen l\u00f6ste der Tod erst das Band zu dem kleinen Eigentum. Diese Best\u00e4ndigkeit \u00e4u\u00dferte sich auch in der Folgezeit im Besitzwandel durch Erbgang, ist im ganzen Kennzeichen dieser im sozialen Gef\u00fcge des Dorfes neuen Besitz- oder Arbeitergruppe. Sie stand besitzrechtlich den sechs Bauern und f\u00fcnf Koss\u00e4ten gleich, hatte eins aber den reinen Gutsarbeitern voraus: die gro\u00dfe Freiheit im Arbeitsverh\u00e4ltnis. Eine Unabh\u00e4ngigkeit, die auch die innere Haltung beeinflu\u00dfte. Denn immer mu\u00dfte der Gutsherr die Behandlung dieser Arbeitskr\u00e4fte so abstellen, da\u00df er sie behielt. Verzichtete er auf ihre Dienste, so war eine Umwandlung in Geldrente nicht m\u00f6glich und ratsam, verlor er die Arbeitskraft auf jeden Fall. W\u00e4hrend er den eigentlichen Gutsarbeitern, den Hausleuten bieten konnte, was er wollte, sofern diese den liebgewordenen Lebenskreis nicht schon wieder aufgeben wollten! Diese innere Sicherheit, dies Beharrenk\u00f6nnen im einmal begonnenen Lebenskreis scheidet den Kolonistenstamm Gr\u00f6bens scharf von dem l\u00e4ndlichen Proletariat der Hausleute. Im September 1807 standen diesen zehn Hausleuten D\u00f6rre, Thielicke, Bienicke, Riemke, Lehmann, Ernst Schulz, Karl Vogel, Uzeck, Burda und Wolff, dazu dem Pferdehirten Schmidt, dem Kuhhirten Mudrich und dem F\u00f6rster Baumann, insgesamt zw\u00f6lf landlosen Familien, gegen\u00fcber sechs Bauern, f\u00fcnf Koss\u00e4ten, sieben Kolonisten und der Schmied. Es hatte sich also die Gruppe der besitzgebundenen, in seiner Entwicklung eben auch von dieser Sicherheit her bestimmten Familien um mehr als die H\u00e4lfte vermehrt, betrug die Zahl der Kolonisten 20 Prozent der \u00fcbrigen Haushaltungen, sieben von 36.<br \/>\nEine Generation sp\u00e4ter hat sich dieses Bild noch nicht wesentlich ge\u00e4ndert. Auf Stelle 2 in der Gasse war Melzer 1845 gestorben (seine Frau schon 1832). Seine Tochter hatte 1823 den angehenden Kolonisten Joh. Gottlieb B\u00f6ttcher, Dienstknecht in Trebbin, geb\u00fcrtig aus Scharfenbr\u00fcck, geheiratet. Der starb schon 1835, hinterlie\u00df die Stelle dem Sohn August Wilhelm. Auf Stelle 3 war der Garnwebermeister Friedrich August K\u00f6hler abgel\u00f6st durch seinen Sohn Friedrich K\u00f6hler. In die Stelle 5 hatte 1820 Joh. Friedr. Aug. Fuchs eingeheiratet, folgte seinem Schwiegervater Joh. Chr. Schulze nach dessen Tod 1828. Dieser Fuchs stammte von der anderen Seite der Stra\u00dfe, aus dem G\u00e4rtnerschen Hof, den sein Vater gekauft hatte, Stelle 10. Er starb 1848, und so wurde sein Sohn, Joh. Friedr. Karl Fuchs Besitzer von 5. Dr\u00fcben in Stelle 10 aber hatte die Tochter des alten Fuchs sich 1812 den Friedrich Wilhelm Kirstein geheiratet, Sohn von Gottfried Kirstein auf dem Kietz, der dort auf dem Hof von heute Fritz L\u00f6wendorf Platzhalter war. (Die Kirsteins kamen aus Blankensee, besetzten im 19. Jahrhundert aus zwei Linien von dorther unsere D\u00f6rfer). Joh. Friedr. Kirstein starb 1854, ihm folgte sein Sohn, der Schneidermeister Joh. Friedr. Karl Kirstein in Stelle 10. Auf der Stelle 6 aber sa\u00df nach dem Leineweber Lehmann ein anderer Sohn des Gottfried Kirstein, der Karl Kirstein, 1799 \u2013 1864. Er kam als Pachtfischergehilfe an der Kirche, gegen\u00fcber von Th\u00e4le und Heinicke. Als 1831 der Pachtfischer Lehmann starb, wurde er Pachtfischer, zog auf den Pachtfischerhof und \u00fcberlie\u00df die Stelle 6 seinem Schwiegersohn, dem Pachtfischergehilfen Joh. Friedr. L\u00f6wendorf, dem Gro\u00dfvater von Fritz L\u00f6wendorf in der Gasse. Die alte Stelle von Flach, Nr. 8, scheint um 1815 der Viehhirte Joh. Ludwig L\u00f6wendorf gekauft zu haben. Er hatte eine Koss\u00e4tentochter von Ribbecks Hof, heute Bergmann, und begann dann einen Handel mit Kolonialwaren. Die Herrschaft wollte gern diese Haush\u00e4lfte auch noch haben und \u00fcberredete L\u00f6wendorf zum Tausch mit einem gegen\u00fcber liegenden Gutsarbeiterhaus. So wurde diese Stelle (heute ist da ungef\u00e4hr der Brunnen) Kolonistenstelle. Sein Sohn Karl Friedr. Ludwig erbte die Stelle und Handel, wurde \u201eKopmanns Karl\u201c.<br \/>\nIn die Zeit um 1850 f\u00e4llt auch die erste Vergr\u00f6\u00dferung des Kolonistenbesitzes. Bis dahin hatten sie nicht Gelegenheit gehabt, ihren \u201eLebensraum\u201c zu erweitern, denn alles Land war in fester Hand. Als 1849\/50 das Gensickesche Koss\u00e4tengut zerschmolz unter den H\u00e4nden von Isaak Meier Cohn aus Potsdam, erwarben sie die zum Teil Weidegerechtigkeit des Koss\u00e4tenhofes, und so traten die sechs Kolonisten mit ihren Anspr\u00fcchen zur gro\u00dfen Separation an. Sie wurde 1864 abgeschlossen und brachte in Umwandlung von je ein Sechstel Weidegerechtigkeit jeder Kolonistenstelle einen Zuwachs von 20 bis 50 Quadratruten, brachte im ganzen den Besitzstand jeder Stelle auf 3\/4 bis 1 1\/2 Morgen. Nur \u201eKopmanns Karl\u201c hatte \u00fcber 5 Morgen, weil er sein Geld in Ackerst\u00fccken aus der vorgenannten Wirtschaft Gensicke angelegt hatte.<br \/>\nHeute existieren nur noch vier Kolonistenstellen als selbst\u00e4ndige Grundst\u00fccke und Wirtschaften. Auf die K\u00f6hlersche Stelle am Dorfausgang heiratete sp\u00e4ter Mehlis aus Wildenbruch ein, ihm folgte der Schwiegersohn und heutige Besitzer Henicke. Mehlis kaufte von der Gutsherrschaft die andere Haush\u00e4lfte (1775 Hager). Er ist nach dem Schlo\u00df und dem Krug das dritt\u00e4lteste Geb\u00e4ude in Gr\u00f6ben. Von der Kolonistenstelle 5 aus baute sich der Vater des Maurers Hermann Fuchs auf einem St\u00fcck der ehemals G\u00e4rtner Kirsteinschen Stelle 10 auf, hinter dem Gemeindehaus. Die Stelle 5 selbst \u00fcbernahm die Schwester dieses Fuchs, die dann August Lehmann vom Kietz heiratete. Ihm war diese Kolonistenstelle die schmale Grundlage f\u00fcr den Aufstieg von dem Ecke \u2013 Lehmannschen Hof auf dem Kietz. Denn dahin wechselte er und baute dann den Hof in der goldenen Zeit der Fischerei, in den 90er Jahren usw. aus. So wurde diese Kolonistenstelle 5 Plattform f\u00fcr den erfolgreichen Ausbau zweier neuer Wirtschaften. Denselben Erfolg bot die Stelle 2 in der Gasse. Denn als 1860 das alte Pachtfischerhaus an der Kirche abgerissen wurde, als auch der Hof 6, neben Fuchs, von der Herrschaft erkauft wurde, da zog der Pachtfischer Joh. Friedr. L\u00f6wendorf ins J\u00e4gerhaus in der Gasse, kaufte schlie\u00dflich der Herrschaft das Haus ab. Sein Sohn kam auch in den goldenen Jahren der Fischerei zu Geld, um die alte Kolonistenstelle von \u201eWoater \u2013 L\u00f6wendorfs\u201c auf dem Kietz, um andere L\u00e4ndereien und schlie\u00dflich gar noch die Nachbarh\u00e4lfte, Stelle 1, B\u00f6ttchers abzukaufen. Er und sein Sohn, Fritz L\u00f6wendorf, bauten aus diesen zwei Stellen einen sch\u00f6nen Bauernhof von \u00fcber 70 Morgen auf. Und B\u00f6ttchers erwarben einen kleinen Hof am Dorfende. Also auch diese Kolonistenstelle war Grundlage f\u00fcr den Ausbau zweier Wirtschaften, von denen die eine beispiellos wuchs weil die Besitzer rastlos waren. Auf der Stelle 10, der ersten Kirsteinschen, folgte der Schwiegersohn von Joh. Fr. Karl Kirstein, der Garnwebermeister Loth, folgten Heuseler und der Schwager Loths, Friedrich Kirstein. Von dem kaufte Maurer L\u00f6wendorf (seine Witwe ist heute Besitzer). Doch wurde das St\u00fcck Acker an der Potsdamer Stra\u00dfe, das zu diesem Kirsteinhof geh\u00f6rte, Anfang einer neuen Wirtschaft; denn dieses kaufte Hermann Kirstein von seinem Onkle Friedrich. Aber die neue Kolonistenstelle von \u201eKopmanns Karl\u201c verschwand g\u00e4nzlich. So wurden die Kolonistenstellen noch R\u00fcckgrat f\u00fcr unternehmende Familien, wuchsen sie durch das Zerflie\u00dfen von Bauer- und Koss\u00e4teng\u00fctern. Denn ihre Besitzer waren Handwerker, die den Lebensunterhalt aus der Wirtschaft bestreiten, den Lohn aber sparen, bei Gelegenheit in Land anlegen konnten.<br \/>\nSo ist die Entwicklung der Gr\u00f6bener Kolonistenstellen ein weiterer Beweis f\u00fcr den Erfolg, f\u00fcr den Wert des Kolonisationswerkes Friedrichs II. ! Es war f\u00fcr Kriegszeiten durch solche Planwirtschaft schon damals dem Landarbeitermangel gesteuert, es verzinste sich in Kontribution und Konsumtionsabgaben das hineingesteckte Geld. Aber wichtiger war noch die Tatsache, da\u00df besitz- oder landlosen Menschen ein Grundst\u00fcck unbelastet geschenkt wurde. Es irrte der Dom\u00e4nenrat Richthof in seiner Denkschrift 1774, nach unbestreitbar auch tr\u00fcben Erfahrungen mit dem Siedlermaterial z. B. im Lande Lebus, wo er so allgemein urteilt: Leute, die Luft zu arbeiten haben, kommen auch zu Hause durch. Denn auch den flei\u00dfigsten war es in anderen L\u00e4ndern nicht so leicht m\u00f6glich, zu Eigenem zu kommen. In keinem Lande wurde die st\u00e4ndisch gebundene Struktur der D\u00f6rfer so aufgelockert von einem aufgekl\u00e4rten Monarchen wie in Preu\u00dfen, aber auch in keinem Lande des \u00fcbrigen dichter besiedelten Deutschland war so viel Raum noch offen, wartete auf Menschen. Verging so den Flei\u00dfigsten anderswo ein gro\u00dfer Teil eigenen Lebens allein mit dem Erreichen der ersten Stufe des Fortschreitens im Lebenslaug einer Familie: der Gewinnung endlich des Eigenbesitzes, hier in Preu\u00dfen hatte er sie altersm\u00e4\u00dfig wesentlich fr\u00fcher erreicht, machte die k\u00f6nigliche Geschenk viel fr\u00fcher Kr\u00e4fte frei zu weiterer Entwicklung. Und man kann wie in Gr\u00f6ben, so in Siethen usw., in den Zossenschen Amtsd\u00f6rfern an der Entwicklung der Kolonistenstellen, des landwirtschaftlichen Kleinbesitzes allgemein feststellen, da\u00df gerade dieser Besitz das R\u00fcckgrat war f\u00fcr die Entwicklung der Familie. Gleich, ob zu den kleinen Ackernahrungen von nicht erbhofm\u00e4\u00dfiger Gr\u00f6\u00dfe, die heute ihren Mann n\u00e4hren, oder zu dem Eigenbesitz der Prozessionisten in unseren D\u00f6rfern, oder aber zu dem Abbau wieder neuer Hausstellen, durch Kinder der alten H\u00f6fe, eine Entwicklung, die nach den Separationen, nach 1850 etwa, einsetzt und st\u00e4ndig w\u00e4chst. Von der Gr\u00fcndung der Kolonistenstelle an bis heute, durch die Zeiten des wirtschaftlichen Niederganges vor 1933, war der Kleinbesitz Grundlage der Krisenfestigkeit, wie andererseits die Plattform f\u00fcr die frische Initiative der wagemutigen, rastlosen und sparsamen Glieder, die neu aus den Familien sprossen. War so dieser Lebenskreis \u201eder kleinen Leute\u201c dem des Landarbeiters seit je in der Entwicklungsm\u00f6glichkeiten voraus, so auch im Lebensstandard, den eben die innere Sicherheit bestimmt. Die Entwicklung der Kolonisation Friedrichs II. im Teltow widerlegt gr\u00fcndlich die leichtfertige These des Breslauer Ziekursch, Friedrich II. habe damit stark geholfen bei der Bildung der l\u00e4ndlichen Proletariats. Wie wenig Familiennamen umfa\u00dft die Kolonisation in unseren D\u00f6rfern im Vergleich mit den unabsehbar vielen, die in der gleichen Zeit durch die H\u00e4uslerwohnungen der G\u00fcter zogen. Es ist ferner dieses Werk des Gro\u00dfen K\u00f6nigs nicht bewu\u00dfte Fortsetzung des mittelalterlichen Dr\u00e4ngens der Deutschen in den Osten zur\u00fcck. Denn die \u201eSachsen\u201c z. B., die von dem Fl\u00e4ming her\u00fcber in die ganz nahem Zossenschen Amtsd\u00f6rfer wechselten, der Hirte Hager, der vom s\u00e4chsischen Blankensee nach dem nur eine Meile entfernten Gr\u00f6ben zog, sp\u00fcrten in sich nicht den \u201egro\u00dfen Zug von West nach Ost\u201c, sondern nur die kleinb\u00fcrgerliche Sehnsucht nach einem besseren Auskommen. Wohl aber gelang es Friedrich, ein Gef\u00fchl zu entwickeln, das alle die angesetzten Sachsen, Th\u00fcringer, Mecklenburger usw. nach und nach einte, das Gef\u00fchl, hier in Preu\u00dfen f\u00fchrte der K\u00f6nig unsere, des niederen Volkes Sache wie die des Adels, entsprang aus dieser pers\u00f6nlichen Bindung an den K\u00f6nig das Nationalgef\u00fchl: Wir sind seine M\u00e4rker, seine Preu\u00dfen! Und diesem Nationalgef\u00fchl des einfachen Mannes, in einer Generation gepr\u00e4gt, konnte Napoleon bei Gro\u00dfbeeren, bei Dennewitz und so fort, nicht widerstehen. Hier siegte Friedrich der Gro\u00dfe!<\/p>\n<p>Ein Bericht von Richard Kiefer<br \/>\nQuelle: Unser Teltow \u2013 Heimatbeilage zum Teltower Kreisblatt Ausgabe 12 vom 17.08.1939 und Ausgabe 13 vom 16.09.1939\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das von Friedrich dem Gro\u00dfen mit Leidenschaft und mit Aufwendungen betriebene Kolonisationswerk, die f\u00fcr das nicht gerade wohlhabende Preu\u00dfen erstaunlich waren, erfasste Gr\u00f6ben erst 1774 in dem gro\u00dfen Meliorationsplan des Ministers von Derschau. 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