{"id":1855,"date":"2022-07-25T04:19:53","date_gmt":"2022-07-25T03:19:53","guid":{"rendered":"https:\/\/db-brandenburg.de\/?p=1855"},"modified":"2022-07-25T04:19:53","modified_gmt":"2022-07-25T03:19:53","slug":"die-giedtkesche-windmuehle-wird-abgebrochen-aus-der-geschichte-zantoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/db-brandenburg.de\/?p=1855","title":{"rendered":"Die Giedtkesche Windm\u00fchle wird abgebrochen.  Aus der Geschichte. (Zantoch)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Ein charakteristisches Wahrzeichen aus alter Zeit, das hart am Rande des Zantocher H\u00f6henzuges zur H\u00f6he ragt, soll der Neuzeit weichen; die alte Giedkesche Windm\u00fchle, die zum Abbruch verkauft wurde. Von ihrem hohen Stande aus war sie weithin sichtbar im Warthe- und Netzebruch, links bis \u00fcber den Hottosberg fast bis Lipke, rechts bis Borkow und Zechow. Man hatte von ihr aus eine wunderbare Aussicht \u00fcber die jetzt leider \u00fcberschwemmte Ebene, fast bis Schwerin. Vor und w\u00e4hrend des Krieges war sie ein nie rastender Betrieb, besonders seitdem sie 1913 elektrischen Antrieb erhalten hatte. Aber tr\u00fcbe ist die Vergangenheit der alten Windm\u00fchle, mu\u00dften doch in ihr bl\u00fchende junge M\u00e4nner ihr Leben hingeben. Im Kriegsjahre 1870 siedelte ein in Ringenwalde geborener M\u00fcller, namens Hermann Richard, nach Zantoch \u00fcber, nachdem er Windm\u00fchlen in Friedeberg, Beatenwalde und anderen Orten besessen hatte. <!--more--><br \/>\nEr kaufte in Zantoch eine Landparzelle von dem Besitzer Christian Schulz, es sind die heutigen Grundst\u00fccke von Gastwirt Bornstein, B\u00e4ckermeister Steinbring und das Giedkesche M\u00fchlengrundst\u00fcck, erbaute auch die H\u00e4user auf den Grundst\u00fccken und verkaufte sie an die jetzigen Besitzer. Richard kaufte 1870 eine alte Windm\u00fchle in Antoinettenlust und errichtete diese hier auf der Zantocher H\u00f6he. 1875 verkaufte er die M\u00fchle an den bis dahin M\u00fchlenbescheider Richard Giedke aus Landsberg. Hermann Richard wurde Bahnhofswirt in Zantoch. Robert Giedtke arbeitete rastlos mit seinen halberwachsenen Kindern. Tag und Nacht fast h\u00f6rte man das ged\u00e4mpfte Sausen der M\u00fchlenfl\u00fcgel im Dorf. Gro\u00dfe, eben gekaufte Roggenvorr\u00e4te f\u00fcllten auch die M\u00fchle im Fr\u00fchjahr 1883. Sein \u00e4ltester 17j\u00e4hriger Sohn Richard schlief nachts in der M\u00fchle, um sofort bei passender Winde wieder die Arbeit aufnehmen zu k\u00f6nnen. Aber in der Nacht zum 24. April 1883, als der alte M\u00fcller todm\u00fcde von vieler Arbeit schlief, pochte es pl\u00f6tzlich hart an sein Fenster \u201eDie M\u00fchle brennt.\u201c Alle L\u00f6schversuche waren vergebens, ebenso alle Rettungsversuche f\u00fcr den jungen, schlafenden M\u00fcller. Der darauffolgende 25. April fand nur einen Tr\u00fcmmerhaufen und die Reste eines verbrannten, jungen Menschen. Die Ursache des Brandes blieb unaufgekl\u00e4rt. Bald darauf begann der schwer heimgesuchte M\u00fcller den Bau der jetzigen M\u00fchle. 1903 \u00fcbergab er sie seinem zweiten Sohne Robert und setzte sich zur Ruhe. Mit neuer Kraft arbeitete der junge Robert Giedtke mit Hilfe seines heranwachsenden Sohnes Herbert, bis auch er im Jahre 1919 im r\u00fcstigen Mannesalter die Augen f\u00fcr immer schlo\u00df. Der Sohn mu\u00dfte seine Lehrzeit in Landsberg beenden. Von dort ging er hier- und dorthin, bis er wieder zu seiner Mutter zur\u00fcckkehrte, um f\u00fcr sie die M\u00fchle zu versehen. Aber nur sechs Wochen konnte der 18j\u00e4hrige f\u00fcr sie arbeiten. Am 13. Dezember 1920 fand man ihn mit dem Kopfe in dem R\u00e4derwerk des M\u00fchlenantriebes h\u00e4ngen. Seitdem wurde der Betrieb zeitweise vom Besitzer bewirtschaftet, auch verpachtet und ruhte zeitweise ganz, wie zur Zeit des Baues der St\u00fctzmauer des Eisenbahndammes. Des Baues wegen mu\u00dfte die elektrische Leitung verlegt werden. Das Verlegen blieb aber wegen Stillstehen des Betriebes und jetzt ist nun f\u00fcr die alte, romantisch wirkende Windm\u00fchle der Abbruch beschlossen. Doch soll der Schrotgang in die Verkaufsstelle der Spar- und Darlehenskasse neben der Post eingebaut werden, da der dort arbeitende Schrotgang f\u00fcr sie zu klein ist.<br \/>\n<em>Quelle: Neum\u00e4rkische Zeitung 11. September 1927<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein charakteristisches Wahrzeichen aus alter Zeit, das hart am Rande des Zantocher H\u00f6henzuges zur H\u00f6he ragt, soll der Neuzeit weichen; die alte Giedkesche Windm\u00fchle, die zum Abbruch verkauft wurde. 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